Als Ziele unserer Arbeit betrachten wir insbesondere:
- die Förderung der Persönlichkeitsbildung des jungen Menschen;
- die Erziehung zu umweltbewusstem Denken und Handeln;
- die Vermittlung sozialer Verhaltensweise und Ermutigung zum Engagement;
- die Ausbildung zu einer verantwortungsvollen Ausübung des Bergsports.
Dabei sehen wir es als Querschnittsaufgabe unserer Jugendarbeit an, die unterschiedlichen
Lebenslagen von Jungen und Mädchen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und
die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern.
Förderung der Persönlichkeitsbildung des jungen Menschen

Die Jugendlichen sollen in den Gruppen der JDAV nicht passive Konsumenten vorgegebener
Wir betrachten die Alpinistik in ihren vielfältigen Spielarten und Ausprägungen, wozu
wir auch bergsportliche Betätigungsformen außerhalb der Alpen zählen, als einen
ausgezeichneten Weg, die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.
In der Begegnung mit weitgehend ursprünglichen Lebensräumen und
Landschaften lernen Jugendliche Freiheiten und elementare Abhängigkeiten kennen;
Erfahrungen, die z.B. in Situationen im Gebirge gemacht werden (Konzentration auf
den nächsten Schritt, Auseinandersetzung mit Schwierigkeiten, Selbstüberwindung,
Verantwortung, gegenseitiges Vertrauen, Naturgenuss, erfolgreiche Tourenplanung,
Gipfelfreude...), stärken das Bewusstsein für die eigenen Möglichkeiten und Grenzen.
Das soll den Blick für das Wesentliche und Notwendige in einem komplexen
Umfeld fördern - in der Alpinistik wie im Alltag.
Programme sein, sondern sollen angeregt werden, eigene Ideen zu entwickeln
und zu verwirklichen. Aufgabe unserer Arbeit ist es einerseits, den Jugendlichen
ihren Spielraum, ihre Freiheiten und Möglichkeiten aufzuzeigen und andererseits
den Jugendlichen dabei zu helfen, Schwierigkeiten rechtzeitig zu erkennen und
zu überwinden. Jugendliche sollen ermutigt werden, sich mit Konflikten und Problemen
auseinanderzusetzen, statt ihnen auszuweichen.
Erziehung zu umweltbewusstem Denken und Handeln

Den Jugendlichen soll ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur vermittelt<
werden. Insbesondere sollen sie ihre Rolle als Naturnutzer reflektieren und sich der
Abhängigkeiten menschlicher Existenz von natürlichen Lebensgrundlagen bewusst
werden. Dazu müssen die Jugendlichen für die Vielfalt der Natur sensibilisiert und
ihnen die Notwendigkeit des Naturschutzes vermittelt werden. Durch gemeinsame
Unternehmungen in der Natur soll die Bereitschaft geweckt werden, sich für die Natur
und ihren Schutz zu engagieren und Natursportarten umweltgerecht auszuüben.
Vermittlung sozialer Verhaltensweise und Ermutigung zum Engagement

Die Erfahrung der Geborgenheit und des gegenseitigen Vertrauens in einer Gruppe
gibt den Jugendlichen Sicherheit. In der Gruppe können sie Verhaltensweisen ohne
äußeren Druck erlernen und erproben. Damit wird ihnen eine Chance geboten, soziales
Verhalten (z.B. Hilfsbereitschaft, Solidarität, Toleranz) zu entwickeln und die
Regeln zwischenmenschlicher Kommunikation (z.B. Verständigen, Überzeugen,
Nachgeben) einzuüben. Die vielfältigen Entfaltungsmöglichkeiten, die eine Gruppe
bietet, stärken auch das Bewusstsein für Eigenständigkeit innerhalb eines sozialen
Umfelds. Das fördert den toleranten Umgang mit anderen gesellschaftlichen Gruppen
und schafft die Voraussetzung für eine gleichberechtigte Partnerschaft mit der
älteren Generation.
Die Vermittlung demokratischen Denken und Handelns und die Ermutigung zu sozialer
und politischer Aktivität sind wichtige Ziele der Jugendarbeit in der JDAV. Die Jugendlichen
sollen motiviert werden, sich zu engagieren und Verantwortung für andere
und zusammen mit anderen zu übernehmen. Die JDAV setzt sich aktiv für die soziale
Integration in unsere Gesellschaft ein. Die Gruppen der JDAV sind offen für alle
Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Interesse am Alpinismus haben.
Ausbildung zu einer verantwortungsvollen Ausübung des Bergsports

Den Jugendlichen soll das notwendige fachliche Können und Wissen vermittelt werden, damit
sie an ihrer alpinistischen Betätigung Freude haben, ohne dabei sich oder andere zu gefährden.
Bei Jugendlichen trifft man häufig den Wunsch an, die eigenen Grenzen auszuloten. Die
Leistungsanforderungen bei alpinistischer Betätigung entsprechen dem, gehen aber darüber
hinaus und bieten damit ideale Voraussetzungen, Jugendliche ganzheitlich zu fordern. Die
Beweggründe, das Leistungsziel und die Art des Leistungsstrebens müssen kritisch hinterfragt
werden; das gilt für die Gruppe wie für den einzelnen. In unserer Arbeit müssen wir daher
Anstöße geben, die es den Jugendlichen ermöglichen, eine kreative und verantwortungsvolle,
d.h. nicht selbstzerstörerische, umweltschädigende oder unsoziale Einstellung
zur Leistung zu finden.
Die Erziehungs- und Bildungsziele sind mit der gesellschaftlichen Entwicklung verknüpft und
müssen deshalb regelmäßig auf ihre Gültigkeit und Aktualität hin überprüft werden. Die vorliegenden
Form wurde vom Jugendausschuss am 29. März 1998 verabschiedet und von Bundesjugendleitertag
am 14. Oktober 2001 sowie am 9. Oktober 2005 ergänzt.