
Die Sicherheit aller beteiligten Personen steht bei allen Aktivitäten der Jugendbildungsstätte im Vordergrund. Pädagogische Leitlinie ist dabei eine altersgemäß angepasste Förderung der Entscheidungsfähigkeit und der Eigenverantwortung, die innerhalb eines festgelegten Rahmens Spielräume bewahrt und detaillierte rigide Regelungen nur dort formuliert, wo sie unumgänglich sind.
Nur ein frei gewähltes Risiko kann persönlichem Wachstum dienen. Nicht immer liegt jedoch die Fähigkeit vor, ein Risiko frei zu wählen: Personen, die Risiken unterschätzen oder nicht sehen, benötigen Schutz; Personen mit zu großer Ängstlichkeit brauchen eine behutsame Führung an ihre Grenze. Wir sind uns bewusst, dass das Eingehen physischer Gefährdungen immer eine psychische Belastung mit sich bringt und wissen, dass psychische Risiken auch außerhalb „gefährlicher“ Aktivitäten bestehen. Wir verstehen Risiken also immer im physischen und psychischen Sinn. Die allererste Leitlinie lautet: Vor allem nicht schaden.

Wir nehmen eine defensive Haltung gegenüber den Gefahren der Handlungsfelder ein, die wir vermitteln. Risikoeuphorie ist unsere Sache nicht; Risikokompetenz hingegen schon – der Einsicht in die menschliche Grundtatsache folgend, dass es ein Leben ohne Risiken nicht gibt, und das Eingehen von Wagnissen zu einem gelingenden Leben gehört.
Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen Gefahren nicht lediglich überstehen, sondern sie durch souveränes Eigenhandeln sicher bewältigen.
Um dies zu erreichen
- werden Leiterpersonen eingesetzt, die sowohl pädagogische wie alpine Kompetenzen nachweisen können
- sind die Leiterpersonen grundsätzlich für die Sicherheit der Gruppe verantwortlich
- werden Gefahren und Risiken seitens der Leitung transparent gemacht, damit unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer Risiken frei wählen können,
- ist die Schärfung der Gefahrenwahrnehmung und die Vermittlung von Sicherheitsverhalten eine unabdingbare Grundlage unserer Tätigkeit
- werden nur Risiken eingegangen, die die Personen in der Gruppe aus der Sicht der Leiterpersonen und aus ihrer eigenen Sicht bewältigen können
- werden die Leiterpersonen durch die Jugendbildungsstätte in der Wahl ihrer Aktivitäten unterstützt und sind auch aufgefordert, sich mit der Leitung abzusprechen
- hat die Jugendbildungsstätte ein dokumentiertes Sicherheitsmanagement entwickelt
- dokumentiert die Jugendbildungsstätte sicherheitskritische Ereignisse
- arbeitet die Jugendbildungsstätte in verschiedenen Gremien mit, die Leitlinien erlebnispädagogischen Sicherheitshandelns entwickeln und fortschreiben.